Deutsche Meisterschaft Ü35 Damen SG Hessen wird nach großem Kampf Vizemeister

Teamfoto Medaille1

Deutsche Meisterschaft Ü35 Damen 2019 in Oberhausen

SG Hessen wird nach großem Kampf Vizemeister

Am vergangenen Wochenende reiste die SG Hessen, bestehend aus der HTG Bad Homburg dem MTV Kronberg und dem TSV Grünberg mit großen Ambitionen nach Oberhausen. Diese Spielgemeinschaft ist wahrlich eine ungewöhnliche Kombination, mit der wir aber einiges zum Weltfrieden beitragen.

Bereits zum 4. Mal infolge hatte sich die SG Hessen für die Deutsche Meisterschaft ihrer Altersklasse qualifiziert und dieses Jahr wollten sie endlich eine Medaille mit nach Hause bringen. Im Vorfeld konnte die Hessenmeisterschaft noch souverän gewonnen werden, bei der Südwestdeutschen Meisterschaft musste man sich allerdings dem amtierenden Deutschen Meister Sandhausen klar geschlagen geben. Es lief noch nicht viel zusammen bei der SG Hessen, trotzdem reichte es für die Qualifikation der Deutschen Meisterschaft.

Bis dahin wurde jede Woche fleißig zusammen trainiert. Das Zusammenspiel klappte jetzt besser und auch das Fitnesslevel stieg bei einigen deutlich an, so dass die Damen hoch motiviert nach Oberhausen reisen konnten. Coach Samir Temar war leider verhindert, er musste beim Hessenpokalfinale mit den Wiesbadener Herren an der Linie stehen. Bad Homburgs Bundesliga Trainer Markus Kühn sprang dankenswerterweise kurzerhand für ihn ein. Die Teams in Oberhausen waren zum Teil aus den letzten Jahren bekannt. SG Sandhausen als Titelverteidiger, NBO Oberhausen als mehrfacher deutscher Meister mit der Basketball Legende Marlies Askamp, Die DJK Frankenberg/Aachen und als Neuling dieses Jahr der ETV Hamburg.

Samstag 1.Spiel SG Hessen-ETV Hamburg

Für die SG Hessen ging es am Samstag im ersten Spiel gegen den ETV Hamburg. Alle mussten erst einmal ins Spiel finden und der unbekannte Gegner stellte sich als harter Brocken heraus. Trotzdem erkämpften sich die Mädels aus Hessen mit aller Kraft eine 24:19 Halbzeitführung. Das dritte Viertel verlief noch ausgeglichen, doch dann stellten die Hamburger auf eine aggressive Zonenverteidigung um, die die SG Hessen völlig aus dem Konzept brachte. Im letzten Viertel gelang ihnen nur noch ein einziger Korb und die Hamburger kämpften sich Stück für Stück heran. Kurz vor Ende des Spiels führte Hamburg mit einem Punkt und die SG Hessen schaffte es nicht mehr, das Spiel noch zu drehen. So gab es gleich im ersten Spiel eine bittere 34-35 Niederlage. Die Stimmung war nun etwas getrübt, da es in der nächsten Partie gleich gegen die Riesen aus Oberhausen ging.

Samstag 2. Spiel SG Hessen-NB Oberhausen

David gegen Goliath, könnte man bei dieser Partie wohl sagen. Oberhausen war größenmäßig klar überlegen und auch spielerisch lief es bei Ihnen bei diesem Turnier, mit ihrem Auftaktsieg gegen die DJK Frankenberg deutlich besser. Das Spiel begann jedoch mit einem Feuerwerk der SG Hessen. Völlig unbeeindruckt spielten sie im ersten Viertel frei auf und gingen sogar mit 10-3 In Führung.  Doch bereits im zweiten Viertel drehte Oberhausen dann auf und zeigte sein ganzes Können. Vor einer tollen Kulisse setzte Oberhausen immer wieder seine großen Center, mit Marlies Askamp in Szene und drehte das Spiel zur Halbzeit um. 17-26 Auch ein letztes Aufbäumen der SG Hessen half in der zweiten Hälfte nicht, eine doch sehr hohe Niederlage zu verhindern. Mit 28-49 ging dieses Spiel an Oberhausen, die damit eindrucksvoll ihre Ambitionen auf den diesjährigen Meistertitel unterstrichen.

Event Players Party

Die beiden Niederlagen nagten jetzt natürlich noch an den Mädels aber die Players Party am Abend wollte man sich trotzdem nicht entgehen lassen. Nachdem man sich im Hotel zurecht gemacht hatte, ging es zu Fuß zum Event. In einer schönen Kneipe gab es zunächst ein leckeres Buffet und später sollte dann natürlich noch bis spät in die Nacht gefeiert werden. Gegen 21:30 Uhr waren dann auch alle Teams anwesend.

Alle? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hatte sich selbstständig gemacht und war als einziges Team gemeinsam Pizza essen gegangen. Sandhausen wollten anscheinend möglichst fit in das Sonntagsspiel gegen die SG Hessen starten. An der Stimmung änderte das allerdings nichts. Zunächst wurde von allen anwesenden Teams kurzerhand ein nicht endend wollendes Geburtstags Ständchen für Silke aus Frankenberg geträllert. Danach übernahm Anja von der SG Frankenberg die Rolle des DJs und die SG Homburg sorgte für den perfekten Sound am Mischpult und dafür, dass das Licht auf der Tanzfläche endlich gedimmt wurde. Jetzt waren die Bedingungen perfekt und die Party ging so richtig los. Zu 80er und 90er Songs wurde getanzt und gegrölt und auch Coach Markus Kühn wusste jetzt, dass sich eine Ü35 Damen Meisterschaft immer lohnt, egal, wie die Spiele ausgehen. Bei dem legendären Song von Udo Jürgens „Liebe ohne Leiden“ war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Kurzerhand befanden sich alle Teams auf der Tanzfläche und sangen gemeinsam die neue Ü35 Hymne. Das war wirklich großartig! Gegen Mitternacht beschloss die SG Hessen dann aber, ihre müden Knochen ins Bett zu bewegen, schließlich hatten sie noch eine Mission für den kommenden Spieltag, um überhaupt noch eine Chance auf eine Medaille zu bekommen. Und diese Mission hieß: Den amtierenden Deutschen Meister besiegen!

Sonntag 3. Spiel SG Hessen- SG Sandhausen

Sandhausen war am Vortag gut ins Turnier gestartet und hatte seine beiden Auftaktspiele zwar gewonnen, allerdings auch nur knapp und nicht gerade souverän. So witterte die SG Hessen natürlich ihre Chance. Ohne Melanie Streusel, die am Samstagabend aus privaten Gründen bereits wieder abreisen musste, begann das Spiel. Homburg versuchte in der Defense die beiden Schlüsselspielerinnen von Sandhausen aus dem Spiel zu nehmen und gleichzeitig in der Offense das Tempo über das gesamte Spiel hinweg hochzuhalten. Dies wurde auch gut umgesetzt. Das erste Viertel gestaltete sich noch ausgeglichen 10-12 und im zweiten Viertel fehlte der SG Hessen nur die Treffsicherheit. Mit einem kleinen Rückstand ging es mit 16-21 in die Pause. Der Kampfgeist war groß und die SG Hessen pushte sich noch einmal für die zweite Hälfte. Auch NB Oberhausen unterstützte die Hessen jetzt lautstark. Und tatsächlich platzte der Knoten. In einem furiosen 3. Viertel erspielte sich die SG Hessen eine 7 Punkte Führung zum 38-31. Der Sieg war zum Greifen nah. Sollte die Mission etwa erfolgreich beendet werden? Im letzten Viertel kämpften die Hessen weiter um jeden Ball. Schließlich könnte es am Ende auch noch auf einen Vergleich hinauslaufen , bei dem jeder Korb zählt. Auch Sandhausen kämpfte und wehrte sich nochmal mit zwei Dreiern in Folge, aber die SG Hessen war mit ihrem starken Zug zum Korb nicht mehr zu stoppen und ließ sich nach dem Sieg 53-41 gebührend feiern. Auch Coach Markus zeigte sich stolz und zufrieden mit der Leistung seiner Mädels.

Sonntag 4. Spiel SG Hessen-DJK Frankenberg Aachen

In den weiteren Begegnungen des Tages siegte ETV Hamburg  gegen die DJK Frankenberg und Oberhausen gewann deutlich gegen den ETV Hamburg. Somit war klar, dass bei einem Sieg der SG Hessen gegen die DJK Frankenberg tatsächlich noch eine Medaille herausspringen könnte. Deshalb wollte die SG Hessen hier auch nichts mehr anbrennen lassen. Frankenberg startete überraschend stark und die Hessen konnten sich nach dem ersten Viertel nur leicht mit 10-7 absetzen. Mit einem 10-0 Lauf im zweiten Viertel verschaffen sich die Mädels mit 22-12 dann aber einen guten Vorsprung in die Halbzeit. Hier hieß es nun, die Konzentration hochzuhalten. Das dritte Viertel gestaltete sich wieder ausgeglichen und endete 33-22. Aber im letzten Viertel gab die SG Hessen dann nochmal Vollgas und sicherte sich mit 53-33 den wichtigen Sieg. Jetzt konnten alle zufrieden sein. Mehr konnte man am zweiten Spieltag wirklich nicht herausholen.

Letztes Spiel und Siegerehrung

Nun begann das große Zittern. Im letzten Spiel des Tages musste Oberhausen noch gegen Sandhausen spielen und da niemand an einem Sieg von Oberhausen zweifelte, wurde von klugen Köpfen bereits der Dreiervergleich zwischen ETV Hamburg, SG Hessen und SG Sandhausen ausgerechnet. Von Platz zwei bis vier wäre somit für die SG Hessen alles möglich. Während man sich das Spiel Oberhausen gegen Sandhausen anschaute und die NBO natürlich lautstark anfeuerte, kamen erste Gerüchte über eine Silbermedaille für die SG Hessen in Umlauf. Freude aber auch Nervosität machte sich breit, denn solange es nicht schwarz auf weiß stand, konnte niemand so recht daran glauben.

Oberhausen dominierte das letzte Spiel klar und siegte mit tollem Basketball vor einer vollen Kulisse. Mit 50-21 sicherten sie sich mehr als verdient den Deutschen Meistertitel. Für die SG Hessen hieß es nun Minuten des Bangens. Die Siegerehrung wurde vorbereitet und die Verantwortlichen vom DBB legten die Medaillen und den Pokal zurecht. Mit einem tosenden Applaus wurde als erstes Platz fünf aufgerufen, die DJK Frankenberg Aachen. Danach folgte Platz vier und es traf tatsächlich den Vorjahres Sieger, die SG Sandhausen. Sichtlich enttäuscht nahmen sie ihre Urkunde entgegen. Somit war für die SG Hessen eine Medaille sicher. Dann wurde Platz drei nach vorne gebeten. Sollte es für die SG Hessen tatsächlich zur Silbermedaille gereicht haben? Ja, denn der ETV Hamburg belegte in diese Jahr als Neuling den dritten Platz.

Jetzt gab es kein Halten mehr. Die Mädels und Coach Markus umarmten sich und klatschten sich ab und konnten es kaum erwarten endlich ihre Silbermedaille in Empfang zu nehmen. Zum Abschluss gab es noch ein Highlight, dass bei diesen Veranstaltungen wohl seines Gleichen sucht. Der Abschluss Song mit allen Teams. Auf die auserkorene Ü35 Hymne der Players Party,  „Liebe ohne Leiden“ , stimmte spontan die ganze Halle mit ein. Gänsehaut pur.

Fazit von Anke Drape:

„Zunächst einmal ein ganz großes Danke an Oberhausen, die dieses Turnier spontan und sehr kurzfristig auf die Beine gestellt haben. Es gab tolle Spiele, nette Begegnungen und es war insgesamt eine grandiose Stimmung. Das Essen war super und auf der Players Party wurde gerockt. Alles hat reibungslos geklappt und alle haben sich sehr wohlgefühlt in Oberhausen! Glückwunsch an den Deutschen Meister!

Die SG Hessen hat dieses Jahr das Maximum herausgeholt. „Besser geht nicht!“ Wir haben uns nach 4 Jahren endlich belohnt. Mit einer Spielgemeinschaft ins Rennen zu gehen, ist nicht gerade leicht, denn schließlich trainieren und spielen wir nicht so oft zusammen, wie andere Teams. Wir haben uns aber von Spiel zu Spiel gesteigert und von unsrer Erfahrung profitiert. Am Ende waren wir auch viel besser aufeinander abgestimmt. Danke an Markus Kühn, der das Wagnis mit uns eingegangen ist und dafür auch belohnt wurde. Danke an Günter Herzog, der uns jedes Jahr unterstützt und danke an die HTG Bundesliga Damen, die uns ihre Trainingszeiten zur Verfügung gestellt haben.

Wir werden diese Vizemeisterschaft mit einem gemeinsamen Essen noch einmal Revue passieren lassen und mal sehen, was im nächsten Jahr für uns herausspringt.

Es spielten: Anke Drape HTG , Melanie Erb GRÜN, Claudia Haux HTG, Sarah Scheibinger HTG, Birgit Scheel KRON, Uschi Wittlich KRON , Sabine Stollenmeyer GRÜN, Ann Kathrin Förster GRÜN, Jessica Peters GRÜN, Melanie Streusel HTG , Sabrina Pietsch KRON, Sheila Quiachon KRON