2. DBBL: Tabellenführer doch zu stark

Auch dank der verteilten Klatschpappen herrschte Sonntag Abend im Feri-Sportpark eine Superstimmung: Im Duell der Elangeni Falcons mit den BasCats aus Heidelberg traf der Tabellenvierte auf den Leader der 2. Basketball-Bundesliga Süd. 100 Zuschauer taten ihr Bestes, um die Gastgeberinnen zum Sieg zu treiben. „Defense, Defense“, schallte es immer wieder durch die Halle und das Team von Coach Jay Brown lieferte genau das: eine fast lückenlose Verteidigung bei der 60:83 (25:19, 12:12, 14:30, 9:22)-Niederlage – der ersten in eigener Halle.

1804293 m3w605h320q75v3790 rst FALCONS02131o 130217 4c 1An dieser Defense sich die „Katzen“ zunächst die Zähne aus. Probierten es die Gäste anfangs noch, den Ball unter den Korb zu bringen, so mussten sie diesen Plan schnell aufgeben: In einem Radius von zwei Metern patrouillierte „Verteidigungsministerin“ Celia Marfone unter dem Netz, zudem ließen ihre Mitspielerinnen dank gutem Auge und schneller Hände kaum einen Pass in die Mitte zu. Die „Falcons“ konnten derweil Dreier um Dreier versenken. Gleich die ersten beiden Distanzwürfe von Julia Pöcksteiner saßen, auch Marfone und Noemi Czirjak zeigten sich sicher. Die 25:19-Führung nach den ersten zehn Minuten war für Bad Homburg vollkommen verdient.

„In dieser Phase haben wir nicht nur gezeigt, dass wir gegen eine Spitzenmannschaft mithalten können“, so Trainer Brown, „wir haben sie teilweise vorgeführt.“ Die fast fehlerlose Leistung setzte sich im zweiten Viertel fort. Als Heidelberg nach sieben Minuten durch Erica Noelle Carlson auf 31:29 verkürzen konnte, blieben die Gastgeberinnen cool und setzten sich sofort wieder ab. Auffällig: Auch in guten Abschlusspositionen suchten Elena Popkey und Co. stets die noch besser positionierte Mitspielerin – und fanden sie. In die Kabine ging es unter großem Beifall mit einer 37:31-Führung. In fast allen Bereichen war man dem Gast überlegen.

Mitte des dritten Viertels verringerten die „BasCats“ den Rückstand sukzessive, gingen vier Minuten vor Ende des Abschnitts dank eines Dreiers von Serena Benavente mit 48:47 in Führung. „In unserem Spiel erfolgte ein Bruch, weil Heidelberg das Spiel umstellte“, analysierte Brown. Stand Heidelberg anfangs in der Regel mit nur einer großen Spielerin auf dem Feld, versuchte man es nun mit zweien. „Dadurch haben sich unsere Verteidigungsrotationen geändert. Wir kamen damit nicht mehr so gut zurecht“, erklärte der Coach weiter. Mit dem nun erfolgreicheren Spiel in der Zone ergaben sich für Heidelberg auch gute Möglichkeiten von außen, die Korbwurfquote stieg, die Moral in der Verteidigung gleich mit. „Zudem ging uns dann irgendwann auch einfach die Luft aus“, gestand Brown ein. Bei der hohen Intensität in der ersten Hälfte weder Wunder noch Schande.

Ins letzte Viertel gingen die „Falcons“ mit zehn Punkten Rückstand, den man nicht mehr aufholen konnte. Spätestens drei Minuten vor Schluss die Vorentscheidung: Heidelberg lag mit 17 Punkten vorn, Brown nahm seine Starterinnen vom Feld und gewährte dafür der jungen Garde um Esther Bleise, Emily Johanns und Florentine Rößner Erfahrungen auf höchstem Level. Direkt nach Spielschluss sammelte sich das Team unter großem Applaus im Kreis und besprach sich zunächst ohne Brown. Es folgte die erste gemeinsame Analyse der ersten Heimniederlage der Saison. „Wir werden nach Siegen nicht euphorisch und lassen nach Niederlagen nicht den Kopf hängen“, so Brown, „auf die erste Hälfte können wir absolut aufbauen. Im nächsten Spiel gegen die Rhein-Main Baskets wollen wir diese Leistung über vier Viertel zeigen.“