2 Siege und 1 Niederlage in der englischen Woche...

 

Der Saisonstart unserer Bundeligamannschaft begann mit gleich drei Heimspielen innerhalb von 8 Tagen. Nachdem das erste Heimspiel gleich mal in die Hose ging, ware das zweite Spiel am Tag der Deutschen Einheit gegen Speyer eine deutliche Angelegenheit für die Falcons.

Am vergangenen Samstag dann kam Keltern in die Halle - und dieses Spiel war nix für schache Nerven. Eine Sekunde benötigt der Mensch in der Regel für ein längeres Blinzeln. Im Feri-Sportpark reichte eine Sekunde aus, um den Herzschlag der rund 60 Zuschauer und der gesamten Delegation der Elangeni Falcons Bad Homburg für mehrere Minuten deutlich zu erhöhen.

15 Punkte hatte der Vorsprung im Duell der 2. Damen-Basketball Bundesliga zwischenzeitlich für die Gastgeberinnen schon betragen – der zweite Sieg im dritten Saisonspiel schien reine Formsache zu sein. Durch die Schlussoffensive der Rutronik Stars Keltern II wurde es aber nochmals spannend. Und fünf Sekunden vor dem Ende wurde die starke Defensive der Falcons auf die letzte Probe des Abends gestellt.

Beim Spielstand von 68:67 stürmte Kelterns beste Spielerin Jasmine Smith (20 Punkte, 15 Rebounds) nochmals auf den Bad Homburger Korb zu. Die US-Amerikaner ist der „Go-to-Guy“, wie die Basketballer sagen – die Akteurin, die im entscheidenden Angriff den Ball bekommt. Doch Falcons-Centerspielerin Gergana Georgieva stellte sich Smith mutig und vor allem rechtzeitig in den Weg. Sie provozierte damit ein Offensivfoul. Es blieb also beim 68:67. Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Schiedsrichtergespann und Zeitnehmern sorgten letztlich für die Verzögerung des finalen Jubels der Bad Homburgerinnen.

HTG-Coach Jay Russell Brown führte Kelterns Aufholjagd auf die eigene Schwäche zurück. „Wir haben noch mal alles versucht, um doch noch zu verlieren“, sagte er kurz nach der Partie, immer noch aufgewühlt ob der letzten Spielszenen. Seiner Einschätzung nach habe sein neu zusammengestelltes Team die Nervosität nicht im Griff gehabt. Insgesamt präsentierte sich die HTG aber schon als gut funktionierende Einheit. Bis auf die Aktionen der bestens aufgelegten Smith hatte man nur wenige Probleme mit den Angriffsbemühungen der Bundesliga-Reserve aus der Nähe von Karlsruhe. Nach dem 40:39 zur Pause war den Falcons ein richtig gutes drittes Viertel gelungen, das sie mit 17:5 gewannen.

Von Tag zu Tag besser

Den wachsenden Teamspirit merkte auch Aufsichtsratsmitglied Michael Rhein an: „Das Zusammenspiel wird von Tag zu Tag besser, und man merkt, dass hier erneut ein tolles Team heranwachsen kann“, sagte er. Ein wahres „Monster auf dem Parkett“, wie Brown den Power Forward betitelte, war die US-Amerikanerin Stephanie Furr. Mit 20 Punkten und 12 Rebounds war der Neuzugang aus Chicago die überragende HTG-Akteurin. „Das Mädel geht da hin, wo es wehtut, und scheut sich nicht vor harten Zweikämpfen, die sie dann in wichtige Punkte ummünzt“, lobte Brown vollmundig. Viel Beifall von den Rängen verdiente sich zudem Aufbauspielerin Alexandra Polishchuk. Die Ukrainerin schien überall auf dem Feld präsent zu sein. Sie punktete von der Dreierlinie, gewann essenziell wichtige Zweikämpfe – ob auf den Füßen stehend oder auf dem Boden liegend – und ließ ihre Gegenspielerinnen ein ums andere Mal im Dribbling aussteigen.

Aber auch die jüngsten Falken bewiesen am Samstagabend, dass sie sich nicht im Schatten der „Großen“ verstecken müssen. Die erst 16-jährige Isabel Gregor, Neuzugang aus Nördlingen, landete zum Ende des ersten Viertels gleich zwei sehenswerte Steals in Folge.

Auch Tanja Lehnert, eine Spielerin aus der Vorsaison, als erstmals die Playoffs erreicht wurden, freute sich über die Leistungssprünge und „das bereits starke Mannschaftsgefüge“. Dieses könne schon bald „noch zu vielen weiteren Erfolgserlebnissen führen“, ist der Bad Homburger Power Forward überzeugt.

Bad Homburg: Finke, Furr (20), Georgieva (10), Gregor (1), Grönberg (12/2), Kacperska (7/1), Krentz, Lehnert (5/1), Polishchuk (8/2), Semerda (5/1). 

Taunuszeitung vom 8.10.17