Schippe drauf - Derbysieg perfekt

VON ANGELO CALI Bad Homburgs Zweitliga-Basketballerinnen liefern eine Leistung wie aus einem Guss. Egal, ob mit oder ohne Coach. 
Freude bei der Regisseurin: Sasha Polishchuk lenkt das Spiel der Bad Homburger Falcons.Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode)Freude bei der Regisseurin: Sasha Polishchuk lenkt das Spiel der Bad Homburger Falcons.
Bad Homburg. 

Pünktlich zum Start des Derbys mit den Rhein-Main Baskets in der 2. Bundesliga Süd hatten sich rund 100 Fans und Verantwortliche der Elangeni Falcons im Feri-Sportpark eingefunden – alle, bis auf einen.

Der Platz des Headcoaches der Homburger TG blieb frei. Erst Mitte des ersten Viertels gesellte sich Jay Russell Brown auf der Falcons-Bank dazu.

„Die Inventurzählung auf der Arbeit hat mich leider länger in Anspruch genommen“, sollte er später erklären. Zu seiner Zufriedenheit konnte Brown feststellen, dass sein Co-Trainer Bernd Betz und vor allem seine Spielerinnen bis zu seinem Eintreffen „alles richtig gemacht hatten“ – und auch danach weiterhin vieles: Der 65:49-Sieg der Falcons war ein überzeugender.

Dabei hatten die Hausherrinnen den Ausfall von Stammspielerin Gergana Georgieva verkraften müssen. Muskuläre Probleme hatte die Flügelspielerin ohnehin schon. Eine im Training erlittene Platzwunde machte das Mitwirken der 30-jährigen gebürtigen Bulgarin gegen die Gäste aus Langen und Hofheim unmöglich. Trotz dieses ungünstigen Umstandes gaben sich die Falken keine Blöße und erspielten sich bereits im ersten Abschnitt eine komfortable 20:8-Führung.

Für Brown fußte der erfolgreiche Start auf der erhöhten Einsatzbereitschaft seines Teams. „Auch wenn ihr Ausfall schmerzte, war die Pause für Geri aufgrund der gesundheitlichen Risiken unabdingbar. Die Mädels haben die Verantwortung aber optimal auf mehrere Schultern verteilt“, erklärte der Übungsleiter. Und so gaben die Homburgerinnen nur einen der vier Spielabschnitte an den Rivalen ab (13:14/3.). Beachtlich: Sie mussten dabei nicht mehr als 14 Punkte pro Viertel hinnehmen.

Derbystimmung versprühten nicht nur Zuschauer und angestammte HTG-Spielerinnen. „Auch unsere Neuen haben die Atmosphäre gut aufgesaugt und angesichts dieses besonderen Spiels noch eine Schippe draufgelegt“, lobte Brown.

Nach der schwächeren Leistung und zweiten Saisonniederlage beim TSV Wasserburg II präsentierten sich die Falken in der Defensive überaus konstant. Dauerbrenner Stephanie Lynn Furr mit 13 Rebounds (davon drei offensive) stellte ein Paradebeispiel für die Aggressivität und Bissigkeit im Spiel der HTG dar. Man merkte den Hausherrinnen jederzeit den unbedingten Siegeswillen an. Dabei spielten sie abgeklärt und nie überhastet. Somit gelang es den Baskets trotz vieler energischer Vorstöße nur selten, die heimische Formation in die Bredouille zu bringen.

Ein Sonderlob verdienten sich die jungen Spielerinnen. „Mit Emily Johanns, Anna Krentz und Hannah Finke haben wir vielversprechende Akteurinnen, die einen wichtigen Beitrag zu diesem Erfolg geleistet haben“, sprach Brown ihnen seine Anerkennung aus. Den Lärmpegel in der Halle trieb eine weitere Nachwuchsspielerin zum Ende der Partie hoch. Die erst 15-jährige Lejla Jugo feierte kurz vor dem Abpfiff ihr Zweitliga-Debüt und heimste prompt mit einem sehenswerten Wurf ihre ersten beiden Punkte ein.

Bad Homburg: Finke (4), Furr (17/1), Grönberg (12/1), Johanns, Jugo (2), Kacperska (12/2), Krentz, Lehnert (8), Polishchuk (8), Semerda (2).