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Bundesliga-Damen jubeln im Freiburger Hexenkessel - Tabellenführung!!!

VON Spitzenspiele elektrisieren ohnehin im Sport. Weil die Kulisse dazu noch stimmte, werden Bad Homburgs Basketballerinnen sich an die Partie in Freiburg noch lange erinnern. 
Sie freut sich über den Sieg im Spitzenspiel: Gergana Georgieva übernimmt mit den Falcons Bad Homburg die Tabellenspitze.Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode)Sie freut sich über den Sieg im Spitzenspiel: Gergana Georgieva übernimmt mit den Falcons Bad Homburg die Tabellenspitze. 
Freiburg. 

Eine erstklassige Leistung ist unter erstklassigen Rahmenbedingungen belohnt worden: Mit 80:78 haben sich die Elangeni Falcons der HTG Bad Homburg vor rund 800 Zuschauern im Spitzenspiel der 2. Basketball-Bundesliga Süd bei den Eisvögeln des USC Freiburg durchgesetzt. Damit eroberten die Falcons erstmals in dieser Saison die Tabellenführung.

„Im Fußball würde man von der Herbstmeisterschaft sprechen, aber das ist nur eine schöne Momentaufnahme, denn unser Ziel ist und bleibt nach wie vor die erneute Teilnahme an den Playoffs“, ordnete Falcons-Coach Jay Russell Brown den Triumph im „Hexenkessel“ von Freiburg trotz aller Euphorie seiner Spielerinnen realistisch ein.

Die rund 800 Zuschauer sorgten in der Halle 2 des Uni-Sportzentrums für eine ähnlich tolle Kulisse wie in der 1. Liga, in der die Eisvögel bis zum März dieses Jahres noch um Punkte gespielt hatten. „Von diesen Rahmenbedingungen mit einer Top-Organisation und einem großen Helfer-Stab können die meisten Vereine im Frauen-Basketball nur träumen“, zollte Brown den Eisvögeln Respekt.

Respekt hatten trotz aller vorherigen Warnungen offensichtlich auch die Bad Homburger Spielerinnen, die sich von der ungewohnt großen und lautstarken Kulisse beeindrucken ließen. Die Gastgeberinnen schienen den Tabellenzweiten förmlich aus der Halle schießen zu wollen, lagen in der Anfangsphase mit 20:6 vorn und beendeten das erste Viertel bei einem Spielstand von 26:11.

Aber bereits in den letzten beiden Minuten des ersten Abschnitts hatte sich eine Trendwende zugunsten der Gäste angedeutet, die sich mit zunehmender Spieldauer immer besser an die Atmosphäre gewöhnten. Im Laufe des Spiels klappten auch die schwierigen Würfe, und Camilla Grönberg erwischte trotz schmerzendem rechen Knöchel (sie war im Training umgeknickt) einen „Sahnetag“ (Brown). 26 Punkte standen für die finnische Nationalspielerin schließlich in der Statistik zu Buche, darunter drei Dreier und eine hundertprozentige Quote bei den Freiwürfen: 5 Treffer bei 5 Versuchen.

Achterbahn der Gefühle

Die Achterbahn der Gefühle werden durch die Viertelergebnisse eindrucksvoll dokumentiert: dem Freiburger 26:11 folgte ein Bad Homburger 27:14 zur nur noch knappen 40:38-Halbzeitführung des USC. Und nach dem Seitenwechsel ließen die Kurstädterinnen dem 23:19 der Eisvögel ein 23:15 in den letzten zehn Minuten folgen.

Nur zwei Mal im Verlauf der Partie hatten die Falcons die Nase vorn. Das zweite und entscheidende Mal beim 79:78 sieben Sekunden vor dem Ende. In der hektischen Schlussphase musste Nicola Kacperska an die Freiwurflinie und verwandelte einen der beiden Würfe zum 80:78. Anschließend hatte Freiburg nochmals Ballbesitz, aber die Kugel verfehlte den Korb und damit war die zweite Saisonniederlage besiegelt für den Bundesliga-Absteiger, der am liebsten gleich wieder aufsteigen würde.

„Wir haben gegen einen starken Gegner stark gespielt, wobei auch ein Sieg der Gastgeberinnen in Ordnung gegangen wäre“, sagte Brown. „Das hat richtig, richtig viel Spaß gemacht.“ Die Euphorie des achten Saisonsieges können die Bad Homburgerinnen jetzt drei Wochen in vollen Zügen genießen. Das letzte Spiel des Jahres ist erst am 17. Dezember (15.30 Uhr) bei den Sharks in Würzburg. Mit den „Haien“ hat der neue Tabellenführer wegen des 43:69 aus dem Hinspiel noch eine Rechnung offen.

Bad Homburg: Grönberg (26/3), Furr (19), Georgieva (16), Semerda (6/1), Kacperska (4), Lehnert (4), Polishchuk (3), Krentz, Gregor.