Aus der Traum vom Finale

Die Basketball-Damen der HTG Bad Homburg geben das Ticket zum Finale der 2. Liga Süd aus der Hand. Nach gutem Beginn verlieren die Elangeni Falcons das dritte und letzte Spiel der Halbfinal-Serie. 
Es hat nicht gereicht zum Einzug ins Finale: Stephanie Lynn Furr, Alexandra Polishchuk, Camilla Grönberg und Tanja Lehnert (v. l.).Foto: Gerhard StrohmannEs hat nicht gereicht zum Einzug ins Finale: Stephanie Lynn Furr, Alexandra Polishchuk, Camilla Grönberg und Tanja Lehnert (v. l.).
Bad Homburg. 

Nachdem das entscheidende Spiel mit einer

Enttäuschung zu Ende gegangen war, atmete Jay Brown erst einmal durch. „Heute war ordentlich Druck auf dem Kessel“, erklärte der Trainer der Falcons Bad Homburg. Verständlich, schließlich sollte die dritte Partie der Halbfinal-Serie gegen die Burger Estriche Jahn München darüber entscheiden, wer es im Playoff-Finale der 2. Liga Süd mit den Eisvögeln des USC Freiburg aufnehmen kann. Auch, wenn die Mannschaft von Brown das Rennen letztlich nicht machte, mit 64:72 verlor und wie im Vorjahr in der Runde der letzten vier scheiterte, muss man ihr großen Respekt zollen.

Trotz des Drucks kamen die Gastgeberinnen sehr gut rein in das Match und zeigten zumindest nach außen kaum Nervosität. Obwohl München mit dem ersten Angriff durch Anne Delafosse direkt 3:0 in Führung ging, gehörte das erste Viertel klar Bad Homburg. Das hatte neben einem temporeichen Ballvortrag und aggressiver Verteidigung auch sehr viel mit Gergana „Gerri“ Georgieva zu tun. Der Forward schnitt ein ums andere Mal gut unter den Münchner Korb, wo sie von den Mitspielerinnen dann in Szene gesetzt wurde. Allen voran Aufbauspielerin Alexandra Polishchuk bewies gute Übersicht. Georgieva wurde mit 15 Punkten beste Werferin der Falcons, Polishchuk lieferte mit sechs Vorlagen die meisten in dieser Kategorie.

Besonders ansehnlich: Ende des ersten Viertels zieht Polishchuk zum Korb, schickt ihre Gegenspielerin mit einem „Head-Fake“ nach rechts, wirbelte dann per „Spin Move“ nach links und lieferte denn Ball via „No Look Pass“ bei Georgieva ab. Auf Deutsch: Ein Korb zum Zungeschnalzen. Bad Homburg führte verdient mit 25:17.

Im zweiten Viertel kamen die Gäste besser in Fahrt. Als München nach drei Minuten bereits auf 26:28 verkürzt hatte, nahm Brown seine erste Auszeit und wurde bei der Ansprache laut. Trotz dieses „Wachmachers“ stand es zum Kabinengang 37:37.

„Wir haben versucht, sie vor immer neue Aufgaben zu stellen“, beschrieb Center Tanja Lehnert später, „aber München hat stets Mittel gefunden, um diese Aufgaben zu lösen.“ Nach dem Wechsel war für einige Minuten auf beiden Seiten die Luft raus. Kurzzeitig wurden die rund 130 Zuschauer im Feri-Sportpark laut, als die 16-jährige Isabel Gregor einen Dreipunktewurf zum 47:47 verwandelte, doch München ließ sich von der Kulisse nicht beeindrucken und zog mit 56:47 davon. Zu allem Überfluss musste Joanna Semerda auch noch verletzt vom Feld.

Im letzten Viertel gaben die „Falcons“ noch einmal alles und kämpften um jeden freien Ball, doch jeder Treffer wurde von München beantwortet. Eine Aufholjagd blieb folglich aus. „In der zweiten Halbzeit ist bei uns so ein bisschen der Faden gerissen“, sagte Brown, „München hat insgesamt verdient gewonnen. Sie haben eine unglaublich hohe Qualität im Line-up.“

Auch einen Erfolg über Freiburg traue er den Münchnerinnen zu. „Der Jahn ist seit Jahren eingespielt“, ergänzte Lehnert, „da weiß jeder, wo der Mitspieler steht und wie man dessen Stärken am besten einsetzt.“ Für Bad Homburg, obwohl zu dieser Saison neu formiert, wäre der Gewinn der Finalserie auch möglich gewesen. In der Punktrunde hatten die Falcons Tabellenführer Freiburg zweimal besiegt.

Polishchuk verlängert

Ab nächster Woche beginnen bei den Falcons nun die ausstehenden Gespräche mit den Spielerinnen über Vertragsverlängerungen. Die Ukrainerin Polishchuk hat bereits für ein weiteres Jahr zugesagt. Georgieva hat noch eine Spielzeit lang einen Vertrag. Beide Akteurinnen prägen das Spiel der Mannschaft. Die Fans werden hoffen, dass die Truppe so weit wie möglich zusammengehalten werden kann, um einen dritten Anlauf auf das Finale zu starten. Viel hat in diesem Jahr nicht gefehlt.